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ProReiki NEWSLETTER Juli 2015


 

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Die ProReiki Fernreiki-Gruppe

Wir bedanken uns für das große Feedback.

 

Bisher sind sieben Mitglieder zur Gruppe dazu gekommen. Das ist ein Erfolg, denn es entlastet jeden Einzelnen und es schenkt den Empfängern eine Menge Kraft. Wir freuen uns auch weiterhin über Neuzugänge.

 

30 Jahre Reiki-Meister: Herzlichen Glückwunsch Horst Günther!

Horst Günther wurde 1985 in Idaho, USA, von Phyllis Furumoto zum Reiki Meister ausgebildet. Für ProReiki ist es ein Anlass, unser Ehrenmitglied vorzustellen.

Es folgt ein kleiner Text von Horst Günther zum Thema „Freiheit“. Danach können Sie ein Interview lesen, das ich mit Horst Anfang des Monats geführt habe.

Dieses Interview ist der Start einer Reihe von Gesprächen zum Thema „Reiki-Meister“, die mit unseren Ehrenmitgliedern geführt werden. Wir wollen die persönlichen Meinungen und ganz eigenen Vorstellungen dazu erfahren.

 

Phyllis Furumoto gratuliert Horst Günther

„For Horst:

I met Horst Günther through his Reiki friend, Brigitte Müller, the first German/European Master I initiated.  I remember the deep connection that was there immediately upon meeting Horst.  Back in those days, a master was initiated without much mental process or time preparation. So Horst was initiated as a master in very little time from the moment I met him until the initiation!

At that morning I could not have predicted the long term relationship that has grown during the decades that both of us have been practicing Reiki and teaching Reiki. It is with great fondness that I wish Horst “Congratulations!” for this special anniversary. Both our lives changed that day.“

 

Für Horst:

Ich lernte Horst über unsere Reiki-Freundin Brigitte Müller kennen, der ersten von mir eingeweihten deutschen/europäischen Meisterin. Ich erinnere mich an die tiefe Verbundenheit, die sofort zwischen Horst und mir da war. Damals wurde eine Meister-Initiation ohne großen mentalen Prozess oder lange Vorbereitungszeit begonnen. Daher hatte Horst sehr wenig Zeit von dem Moment des ersten Treffens bis zur Einweihung!

An diesem Morgen konnte ich die langfristige Beziehung, die in den Jahrzehnten, die wir gemeinsam praktizierten und Reiki lehrten, gewachsen ist, nicht vorhersehen. Lieber Horst, aus großer Zuneigung wünsche ich Dir für diesen speziellen Jahrestag „Herzlichen Glückwunsch!“. Damals änderte sich unser beider Leben.

 

Gedanken zur Freiheit

von ProReiki Ehrenmitglied Horst Günther, 2015

Beginnt die Freiheit damit, dass Dich Deine Mutter „los-lässt“,
indem Du geboren wurdest ?
Die Mutter, der Vater, die Oma, der Opa, der Bruder, die Schwester,
der Pfarrer, der Nachbar, der Politiker, alle spielen auf Deinem
„Lebensklavier“, alle wissen es scheinbar besser, welches „Lied“
für Dich gut ist. Und Dir ist gesagt worden, dass Du nicht Klavier
spielen kannst. Jeder kann sich leicht vorstellen, dass in Dir ein
Chaos sein muss, wenn so viele Menschen auf Deinem „Klavier“
spielen, sich in Dein Leben einmischen!
Fang an, Dein „Klavier“ alleine zu spielen – DEIN LIED, und so,
dass es Dir gefällt. Nimm Dein Leben selbst in die Hand. Und
hab’ keine Angst, die falschen Töne anzuschlagen, wir alle machen
Fehler. Über Dein Leben darf und soll nur einer entscheiden:
DU.

Wenn Du Dein „Lied“ nach Deinen Bedürfnissen und Wünschen
spielst, wird Deine „Melodie“ eine Melodie der Freude, Liebe,
Harmonie und FREIHEIT!

Während meiner vielen Reisen als lehrender Reiki-Meister durfte ich – und heute noch immer – die Erfahrungen machen, wie viele „Frei-Räume“ es geben kann!

Trotzdem und evtl. gerade aus diesem Grund, muss man sich immer
wieder bewusst machen, dass dies ebenso mit großer Verantwortung
einhergehen muss! Verantwortung gegenüber den Schülern, Organisatoren,
den Menschen in unserem Umfeld und letztendlich auch uns selbst!

 

Interview

Fragen an den Reiki-Meister

Horst H. Günther, Reiki-Meister/Lehrer seit 1985, arbeitet als Dozent. Er leitet neben den Reiki-Ausbildungen Seminare zu praktischer Lebenshilfe „Creamo®“, Dynamic-Rebirthing®, Kine-Ment-Color©, Burn-Out und ist Autor zahlreicher Bücher und Musikmedien.
Seit 2013 ist er zusammen mit seiner Frau Edith Günther Ehrenmitglied des Berufsverbandes ProReiki e. V.

Die Fragen stellt Patrick Lankau.

Patrick: 
Lieber Horst, herzlichen Glückwunsch zu deinem 30-jährigen Bestehen als Reiki-Meister. Du dürftest einer der ersten in Deutschland sein, die bereits so lange erfolgreich mit Reiki arbeiten. Für viele nachfolgenden Reikipraktizierende ist es spannend, von einigen Einzelheiten und Erfahrungen zu hören. Die erste Frage finde ich generell interessant, wenn ich einem Kollegen begegne. Wie bist Du damals auf Reiki aufmerksam geworden?

Horst:
Das war so, dass ich eine Anzeige in einer Broschüre las. Die Anzeige war im Ausland geschaltet worden, in einem ausländischen Veranstaltungskalender. Und da tauchte als Titel auf: „Reiki – heile dich selbst“. Das war etwas, wonach ich damals gesucht hatte.
Es hat mich spontan angesprochen, da ich durch meine Dynamic-Rebirthing Trainings positiv eingestimmt war, neue Wege zu suchen und zu beschreiten. Also war ich mehr oder weniger auf der Suche. Es hat mich angesprochen. So kam ich dazu.

Patrick:
Rebirthing? Möchtest Du das kurz erklären?

Horst:
Das ist eine Methode sehr tief zu atmen um in einen besonderen Bewusstseinszustand zu kommen. Einen Zustand außerhalb des normalen Tagesbewusstseins, losgelöst davon. Das hatte ich damals viele Jahre praktiziert. Zum Einen für mich als Therapie, denn ich war damals als Manager tätig und war permanentem Stress ausgesetzt. So hatte ich einen Ausgleich darin gesucht und eine Ausbildung in Rebirthing gemacht. Es war eigentlich das, was ich damals parallel zum Beruf machen konnte. Sozusagen als Hobby, anderen Menschen damit helfen, weil es mir so gut geholfen hatte. Das hatte ich einige Jahre mit sehr großem Erfolg gemacht. Auch gemeinsam mit anderen Therapeuten als Training. Ich dachte es wäre eine schöne Sache. Dann sah ich die Broschüre, die mir mit dem Veranstaltungskalender ins Haus geflattert kam. und ich las dieses „Reiki – heile dich selbst“, was später sogar zu einem Buchtitel geführt hat. Es ist eines meiner Bestseller. Dieses Buch wird aktuell in der 45. Auflage verlegt.

Patrick:
Es wird also immer noch viel gelesen.

Horst:
Ja. Und so war mein Beginn mit Reiki.

Patrick:
War der erste Impuls damals Neugierde oder war da mehr als Neugierde?

Horst:
Das war ein bisschen mehr als Neugierde. Wenn man in einer permanenten Stresssituation steckt, bei gleichzeitig großer Verantwortung im Beruf, kommen ganz schnell Zweifel auf, ob das schon alles ist, was man vom Leben zu erwarten hat, morgens bis abends. Es kommt das Thema hoch „war das schon alles?“ und „was kann ich denn noch für mich selbst tun? Ich bin immer nur für andere da.“ Hier und da beginnen dann kleine Wehwehchen und Zweifel kommen auf. In einer solchen Situation hat ein Schlagwort wie „Heile dich selbst“ einen ganz anderen Stellenwert.
Durch das Rebirthing kannte ich einen Zustand, in dem man alles andere loslassen kann. Das war eine Erfahrung für mich, wie man es lernt loszulassen. Ich erfuhr also Dinge – heute wissen wir es ist eine Form von Energie – die durch Atem freigesetzt wird, die dich in einen anderen körperlichen und seelischen Zustand bringen kann. Das hatte ich in den Achtzigern schon vor Reiki praktiziert. Es war diese Erfahrung von Energie. Energie? Ja was ist das denn? Vorher hättest Du mich darauf nicht ansprechen können, da hätte ich entgegnet „na gut, gehen wir spazieren und reden wir über das Wetter“ (lacht).
Das war die richtige Vorbereitung in der damaligen Zeit, um mich für Reiki überhaupt ansprechbar zu machen.

Patrick:
Rebirthing als Öffnung für das ganze Thema.

Horst:
Ja richtig.

Patrick:
Da wir über 30 Jahre Reiki-Meister sprechen: damals hast Du mit Reiki angefangen. Ab wann war Dir klar, dass Du den Reiki-Meister machen möchtest?

Horst:
Nachdem ich viele Reiki-Seminare mit organisiert und assistiert hatte – mit dem Grad 1 und dann im Grad 2 – kam mir eine Erkenntnis: nicht dass ich Meister werden wollte, sondern: ich hatte beobachtet, welche positiven Auswirkungen und Veränderungen durch Reiki bei den Teilnehmern zustande kamen. Das konnte ich beobachten und ich schätzte es sehr. Ganz besonders nach Einweihungen. Eigentlich war das noch nicht der Punkt um zu sagen „ich will Meister werden“. Das wuchs ganz langsam.

Patrick:
Das heißt, es war für Dich bemerkenswert, welche Veränderungen in den Menschen von Statten gehen, allein dadurch, dass sie sich Reiki zuwenden und sich öffnen? 

Horst:
Sich dem Reiki öffnen und es an sich selbst praktizieren. Vor allem dass sich durch die Einweihungen so viel verändert. Das kann man in der Physiognomie sehen. Ich erlebe es auch heute noch bei meinen Seminaren. Das war es, was ich so (im Alltag) nicht kannte. Ausgenommen von meiner Rebirthing-Erfahrung. Auch dort waren die Veränderungen gravierend. Die Prozesse, die ich und auch andere durchliefen haben sehr viel geändert; das äußere Erscheinungsbild oder die Lebensgestaltung ändern sich. Das hat sowohl bei den Rebirthing Workshops als auch bei den Reiki-Seminaren statt gefunden.
Weil ich damals assistierte und noch nicht in der Verantwortung für die Einweihungen war, hatte ich Gelegenheit und Zeit genug, diese Vorgänge zu beobachten, das was da eigentlich geschehen ist. Das war der Anfang tiefer in Reiki rein zu kommen – aber noch nicht der Wunsch nach dem Reiki-Meistergrad.

Patrick:
Das war bei mir auch so, dass ich es in der Assistenz als Meisterschüler sehr genossen habe, mit den Neulingen zusammen zu sein.

Horst:
Dazu hast Du später als Meister keine Zeit mehr.

Patrick:
Ja, die Veränderung mitzubekommen … Als Lehrer ist man oft mit den Einweihungen beschäftigt und der Organisation. Zwar macht man eine Feedback-Runde, aber wenn man nur daneben sitzt ist es viel spannender.

Horst:
Ja, man kann es beobachten. Sonst ist man zu konzentriert, weil man ja auch in der Verantwortung steht.

Patrick:
Ok, für Dich war also ausschlaggebend, Du möchtest anderen Menschen diese Möglichkeit geben, in diese Prozesse rein zu kommen.

Horst:
Ja, das war bereits ein wenig durch Rebirthing gewachsen. Da hatte ich auch schon bemerkt, wie sehr es mir geholfen hatte. Jetzt erkannte ich das gleiche Phänomen wieder. Die Bereitschaft zur Hilfestellung für andere, weil es mir selbst auch viel geholfen hatte. Und das kam jetzt praktisch im wiederholten Maße durch Reiki.

Patrick:
Hast Du dann irgendwann für dich beschlossen „so, jetzt melde ich mich zum Meisterkurs an“? Oder wie kam es dazu?

Horst:
Nein, das kam erst später. Da bin ich rein gewachsen. Zum Meisterkurs hatte ich mich nicht angemeldet, ich wurde zu einem Selbsterfahrungs-Workshop eingeladen. Dazu kann ich später noch Näheres sagen.
Ich hatte bereits angedeutet, dass ich die Frage etwas ausführlicher beantworten sollte. Denn ich wurde von Phyllis Lie Furumoto nicht zu einem Meisterkurs nach Idaho eingeladen sondern zu einem Selbsterfahrungs-Workshop. Idaho, USA. Da war ich noch nie. Geschäftlich war ich davor einmal in den USA gewesen. Aber in Idaho, wo angeblich die dicksten Kartoffeln wachsen, war ich noch nicht gewesen. Daher hatte ich keine Erwartung im Sinne von „ich will unbedingt Meister werden“. Ich hatte keine Erwartung an einen Meisterkurs, denn das Thema war von Phyllis so gesetzt worden, dass sie potentielle zukünftige Kandidaten kennen lernen wollte. Wir waren damals 12 Leute aus der ganzen Welt, die sich für den Workshop angemeldet hatten. Alle hatten wir den ersten und zweiten Grad. Sie wollte uns eigentlich nur kennen lernen. Aus diesem Thema machte sie einen ganz intensiven Selbsterfahrungskurs. Das dauerte weit über eine Woche. Und ja, da habe ich erst mal bemerkt, wie hart Phyllis arbeiten konnte. Und ihre Co-Trainer ebenfalls. Es ging also von morgens früh mit leichter Gymnastik und Aikido bis spät in die Nacht.
Und wenn ich das noch anfügen darf: erst ganz am Ende, in der letzten Nacht nach dem eigentlichen Kurs, da gab sie bekannt, dass sie mich zum Meister einweihen und trainieren würde. Ihre Co-Trainer waren ihr Mann Michael Hardy, Susan und Paul Mitchell, die mich trainiert und ausgebildet haben. So bin ich letztendlich dort in Idaho von Phyllis Furumoto eingeweiht worden.

Patrick:
Am letzten Tag deines Selbsterfahrungskurses?

Horst:
Da war der Kurs bereits vorbei. Sie hatte sich in der Nacht nach dem Kurs entschlossen mich einzuweihen und mit dem Training zu beginnen.

Patrick:
Musstest Du deinen Aufenthalt deshalb verlängern? Das war sicher überraschend, oder?

Horst:
Das war allerdings überraschend. Ganz genau.

Patrick:
Konntest Du so einfach verlängern? Hattest Du dir genug Zeit mitgebracht?

Horst:
Ich hatte Reserven eingeplant. Danach wollte ich zum Yogananda-Ashram. Dieser Aufenthalt fiel dann kürzer aus.

(Paramahamsa Yogananda, * 5. Januar 1893 in Gorakhpur, Bengalen; † 7. März 1952 in Los Angeles, USA, indischer Yoga-Meister, Philosoph und Schriftsteller.)

Patrick:
… Als frisch gebackener Reiki-Meister zum Ashram von Yogananda gefahren …

Horst:
Er hat damals nicht mehr gelebt. Es war eine interessante und wertvolle Erfahrung für mich. Denn dort im Ashram spricht man nur zu Beginn beim Check-In an der Rezeption und dann erst wieder, wenn man den Ashram verlässt. In der Zeit dazwischen wird nicht gesprochen 

Patrick:
Ein Schweige-Retreat?

Horst:
Ja, genau. Das war natürlich sehr passend, weil ich so das Ganze davor viel besser aufnehmen konnte.Es war alles so überraschend für mich und ständig eine Aktion nach der anderen in dem Selbsterfahrungs-Kurs. Und obendrauf noch die Einweihung zum Meister und das Training dafür. Das war schon ein bisschen viel auf einmal gewesen. Im Ashram kam ich dann richtig zur Ruhe. 

Patrick:
Das hattest Du vorausschauend geplant.

Horst:
Ich bemühe mich immer, Patrick, mit Reserven zu arbeiten. Vor allem zeitlich. Im Nachhinein muss ich mir das selbst zu gute halten. Es war eine richtige Entscheidung.

Patrick:
Da bist Du sehr umsichtig mit Dir umgegangen. Das heißt, die Erwartungen an den Selbsterfahrungskurs wurden übererfüllt. Du bist nicht nur selbsterfahren zurück gekommen sondern auch als Reiki-Meister.

Horst:
Ja, absolut übertroffen.

Patrick:
Wie war dein Kurs mit Phyllis. Wie lange dauerte dein Training?

Horst:
Der Workshop lief länger als eine Woche, acht oder neun Tage, danach hatte ich ein Training von einer knappen Woche. Dann noch die Einweihung mit Phyllis, das war dann ein intensiver Tag.

Patrick:
Mehr als zwei Wochen. Ich weiß, Phyllis Furumoto ist eine große Anhängerin der mündlichen Überlieferung.

Horst:
Ja, das ist richtig. Es wurde mir alles persönlich in mündlicher Übertragung vermittelt. Ich habe alles mit Phyllis persönlich  direkt gemacht. Auch den einen Tag Meistertraining. Bei den anderen Trainingseinheiten mit Susan, Paul und Michael war sie auch dabei. Ich wurde damals bestens betreut. Aber die Meister-Einheiten, das Training und die Einweihung, das war mit Phyllis unter vier Augen.
Und wenn Du mich jetzt fragst, ob ich damals Unterlagen bekommen habe, nein, die habe ich nicht bekommen. Es ist alle praktiziert worden. Alles was wir besprochen haben und auch alle Übungen. Es gab keine Unterlagen, alles wurde direkt und persönlich übertragen.

Patrick:
Konntest Du dir etwas aufschreiben?

Horst:
Nein.

Patrick:
Wie stehst Du dazu? Ich frage deshalb, weil wir mittlerweile in der Ausbildung viel Wert darauf legen, dass die Schüler ausführliche Unterlagen mitbekommen.

Horst:
Das ist richtig, Patrick. Auch ich gebe meinen Schülern – bis auf die wirklich sensiblen Dinge – Unterlagen mit. Ich trainiere sie und sie können sich Notizen machen. Aber was die Einweihungen angeht, da bekommen sie keine Unterlagen mit. Und das ist insofern der Tradition entsprechend, da sie (Phyllis Furumoto) mir alle Dinge, die notwendig waren, ganz intensiv persönlich, mündlich und praktisch beigebracht hat. Sie hat sich darauf berufen, dass es der Tradition entspricht. Es wird nur mündlich von Meister zu Meister transportiert. 
Es gibt Dinge, da bin ich heute noch der Meinung, dass sie richtig sind. Vor allem in dem Ausbildungsprogramm für Meister, wenn ich selbst Meister trainiere und einweihe.
Andererseits ist es so, dass ich nach einer gewissen Zeit des Lehrens festgestellt habe, dass es sinnvoller Weise wichtig ist, den Schülern im ersten und im zweiten Grad bestimmte Inhalte schriftlich fixiert mitzugeben. Damit sie diese Sachen inhaltlich nachvollziehen können. Denn es schleichen sich sonst Fehler ein, es werden Behauptungen aufgestellt, die nie gesagt worden sind. So kam es dazu, dass ich erst anfing, Kopien für meine Schüler anzufertigen. Später habe ich mit Edith und Brigitte Müller ein kleines Heft, bzw. ein Büchlein produziert. Darin Fotografien der Handpositionen für den ersten Grad, das hatten wir alles eigenständig erstellt, denn es gab noch nichts auf dem Markt. Wir haben uns damals in der Verantwortung gefühlt, den Schülern etwas mit nach Hause zu geben. Da kam es schon auf, eben nicht ein Buch zu schreiben, sondern Seminarunterlagen mitzugeben. Daher finde ich das bis zu einem gewissen Punkt schon sehr wichtig, dass Schüler Unterlagen bekommen.
Später habe ich als Autor Bücher geschrieben, bestimmte Dinge habe ich nicht veröffentlicht.

Patrick:
Es ist ja ein Charakteristikum von Reiki, dass über bestimmte Inhalte öffentlich nicht gesprochen oder geschrieben wird. Irgendwann hattest Du einen Schüler vor Dir, den Du zum Meister eingeweiht hast. Wie war das für dich?

Horst:
Tja, das war natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Es hatte einen langen Vorlauf. Denn ich beziehe es jetzt einmal auf mein eigenes Erlebnis, wenn ich das so sagen darf. Ich hatte damals bei meiner Einweihung den Eindruck, das innere und äußere Spüren – einfach unbeschreiblich – von einem intensiven Lichterlebnis. Es ist durch meinen ganzen Körper gegangen, wie eine Vibration. Und damit hängt unmittelbar das zusammen, was ich bei der Einweihung anderer erlebe. Es ist irgendwie hängen geblieben, sage ich jetzt einmal, denn es hat mich immer wieder begleitet, wenn ich jemanden in den ersten Grad eingeweiht habe. Also nicht nur bei der Meistereinweihung. Andere Menschen einzuweihen ist für mich wie eine Art Rückkopplung an die eigene Einweihung. Es passiert mir häufig, dass ich diese Rückkopplung auch körperlich spüre. Obwohl jede Einweihung individuell und personenbezogen ist, spüre ich aber neben dem körperlichen Empfinden auch die Verantwortung gepaart mit Demut und auch Dankbarkeit. Nicht am Ende des Seminars, oder am Ende der Einweihung, eine Dankbarkeit, dass ich dieses Vermächtnis weiter tragen darf. Das ist wie ein kleiner innerer Prozess, der bei mir abläuft.
In jeder Einweihung, sozusagen. Und natürlich ganz außergewöhnlich bei einer Meister-Einweihung.

Patrick:
Viele unserer Mitglieder kennen ähnliche Erlebnisse. Für jeden ist es anders, diese Lichteindrücke kenne ich auch aus meiner Erfahrung.

Horst:
Lässt man sich in diesen Prozess ganz hineinfallen, dann darf man es spüren. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung heute noch machen darf. Es ist ganz weit weg vom routinierten Leiten eines Seminars, davon Einweihungen zu geben wie es vorgeschrieben ist. Für mich ist es jedes Mal ein tiefes Erlebnis.

Patrick:
Es macht Freude, dich so begeistert zu erleben. Hat sich durch deine Lehrtätigkeit dein Verhältnis zu Reiki verändert?

Horst:
Ich möchte es so umschreiben: Das Verhältnis von mir zu Reiki oder Reiki zu mir hat sich nicht verändert. Aber durch die vielen Erfahrungen im In- und Ausland – Du weißt, dass ich auch in der Türkei lehre – mit den vielen Menschen, Kulturen, usw., bin ich noch tiefer in Reiki eingetaucht. Ich arbeite selbst jeden Tag mit dem zweiten Grad, dazu gibt es hinreichend Gelegenheit. Mit dem Meistergrad arbeite ich nur bei Einweihungen während der Seminare, das ist ganz klar, ansonsten arbeite ich permanent mit dem zweiten Grad. Und wie gesagt, dazu gibt es täglich genügend Gelegenheit. 
Ein besonderes Ereignis ist es für mich, wenn nach einer langen Begleitung eines Schülers zum Meistergrad diese Periode mit der Einweihung endet. Ich hatte einmal eine Schülerin, die ich vier Jahre lang in der Ausbildung zum Meister begleitet habe. So eine Meistereinweihung ist dann etwas ganz besonderes. Da ist ein Prozess des Loslassen dabei. 
Meistens habe ich die Trainings mit Edith zusammen durchgeführt. Die damit verbundenen Intensiv-Trainings auch. Dadurch war es für uns schön, dass unsere Schüler bis zu ihrer Meister-Einweihung unsere beiden Kurse besuchen konnten. Meine Schüler schnupperten bei Edith rein und umgekehrt. Oder sie waren dabei, wenn wir gemeinsam einen Kurs gaben. So konnten wir unseren zukünftigen Meistern besondere Einblicke gewähren. Wie lehrt eine Frau, wie ein Mann? Obwohl beide die gleichen Inhalte weitergeben. Wie lehrt ein Ehepaar? Viele unserer Schüler haben das sehr begrüßt. Es hat sich als sehr wertvoll heraus gestellt, weil auch tatsächlich unterschiedliche Erfahrungen gemacht worden sind. Die Lehre ist die gleiche, aber die Interpretation, also wie ein Lehrer oder eine Lehrerin das gestaltet, da sind Nuancen drin, die dann doch kleine aber feine Unterschiede darstellen. Alle meine Schüler fanden das interessant.

Patrick:
Wäre es eine gute Idee, wenn man seine Meisterschüler bei anderen Meistern hospitieren lässt?

Horst:
Das ist sogar genauso geschehen. Denn unsere ausgebildeten Meister baten uns später, ihre Meisterschüler bei uns in den Seminaren schnuppern zu lassen. Das haben wir gerne getan, wir wurden damit quasi Reiki-Großeltern. Später boten wir unseren Meisterschülern auch an, ein Ferienseminar über eine ganze Woche zu assistieren. In den Ferienseminaren konnten wir unseren Meisterschülern eine große Bandbreite bieten, sie konnten Erfahrungen in der Präsentation machen, Gruppen leiten. Und das war für uns ein ganz wesentlicher Punkt. Wie verhält sich unser Schüler vor einer Gruppe, wie stellt er/sie sich dar? Wir gaben dann auch Demonstrationen oder Meditationen an den Schüler ab und haben so kennen gelernt, wie unser Schüler mit der Gruppe umgeht, mit gruppendynamischen Prozessen. Das finde ich bei einer Ausbildung ganz wichtig.

Patrick:
Musstest Du häufig korrigieren?

Horst:
Ganz selten. Das haben wir natürlich erst zugelassen, wenn wir uns sicher waren. Wir mussten nur ganz selten eingreifen. Und auch das ist eine sehr wertvolle Erfahrung.

Patrick:
Horst, ich bin begeistert! Dir zuzuhören macht mir große Freude. Ich nehme an, Du hast schon recht früh in den Achtzigern in Deutschland Kurse gegeben?

Horst:
1985 fing ich damit an, Seminare zu geben. Ich war einer der ersten.

Patrick:
Was hat sich deiner Meinung nach am stärksten seitdem verändert?

Horst:
Ich muss ein wenig ausholen. Das ist ein wichtiger Punkt. Reiki hat sich eigentlich nicht verändert. Aber die Gegebenheiten, die Umstände und es sind die Menschen, die dazu beigetragen haben, dass der Eindruck entstanden ist, Reiki habe sich geändert. Ich sehe das so nicht.
Für mich stellt es sich eher so dar: Wie in jedem Berufszweig, Patrick, gibt es auch hier die sogenannten Schwarzen Schafe. Das muss man leider einmal so sagen. Personen, die keine solide, traditionsgemäße Ausbildung absolviert haben und durch ihr Auftreten oder ihr Verhalten dazu beitragen, dass Reiki mitunter in einen zweifelhaften Ruf gezogen wird. Ganz bewusst sage ich wird und nicht wurde. Denn es ist leider immer noch so. Deshalb ist es begrüßenswert, dass wir jetzt diesen Berufsverband haben, der die Dinge unter einem anderen Vorzeichen ins rechte Licht rücken will. Denn teilweise wird eine richtig erhaltene Lehre und eine richtig erhaltene Ausbildung von manchen Personen abgeändert; solche Menschen kann ich nicht als Reiki-Meister bezeichnen. Damit werden Dinge praktiziert und vermeintlichen Reikischülern gezeigt, die verfälscht sind und damit in einen Irrweg führen. Weil es so nicht wahrheitsgemäß ist. Das war in den ersten Jahren meiner Tätigkeit nicht der Fall, weil es nur traditionelle Reiki-Meister gab.
Ich möchte Dir mal einen krassen Fall schildern, nur ganz kurz. Ich hielt einen Vortrag auf einer großen Veranstaltung in Istanbul. Angegliedert war eine Messe. Ich ging an den Ständen vorbei und kam auch zu einem Stand, an dem Reiki von einer Meisterin demonstriert werden sollte. Ich fragte also eine Dame am Stand. Sie war etwa 30 bis 40 Jahre alt: „Wo ist denn hier die Reiki-Meisterin?“ Ich dachte es sei diese Dame. Sie sprach: „Ich bin nicht die Meisterin, es ist meine Tochter. Sie ist die Meisterin.“ „und wo ist ihre Tochter?“ wollte ich wissen. Da zeigte sie auf ein junges Mädchen und sagte „hier, das ist meine Tochter. Sie steht genau neben mir.“ Da bin ich fast umgekippt. Ich war sprachlos! Ich fragte nach dem Alter und wo sie gelernt hatte. Sie war 14 Jahre alt und hatte ein Buch einer amerikanischen Reiki-Meisterin gekauft. Jenes Buch wurde damals in der Türkei verkauft. Da war ich wirklich bedient. Ich habe gesagt: „Danke für die Auskunft.“ und bin weiter gegangen. Es war mit ein Grund, weshalb ich dafür gesorgt habe, dass mein deutsches Buch (Reiki - Heile dich selbst, von Birgit Müller und Horst Günther) auch ins Türkische übersetzt wurde. Danach noch ein Buch zusammen mit Edith, Fit mit Reiki, was ich ebenfalls übersetzen ließ. 
Später habe ich noch ein Buch zusammen mit einer Ärztin geschrieben und es auch ins Türkische übersetzt (Reiki Ve Dynamic-Rebirthing® von Horst H. Günther, Angelika Marche, Leyla Bosuter (Übersetzerin)). Kein deutscher Verlag wollte es haben. Und so ist dieses Buch nur in der Türkei erschienen. Es steht im Einklang mit meiner Arbeit, denn die beiden Methoden Dynamic-Rebirthing® und Reiki ergänzen sich prächtig. Es ist mein einziges Buch mit der Darstellung und der Vereinbarung beider Therapien. Und es kam in die Türkei und nicht nach Deutschland.
So war die Veröffentlichung meiner Bücher in der Türkei auf Türkisch mein Beitrag, Licht ins Dunkel zu bringen und die Menschen über Reiki aufzuklären. Das haben viele begrüßt.
Es ist schon kurios, finde ich. Mir hat es allerdings geholfen. Und den Reiki-Schülern in der Türkei hat es auch geholfen, denn die waren durch Internet und andere Schriften jener amerikanischen Reiki-Meisterin auf einen anderen Weg geführt worden. Ich will es mal ganz vorsichtig ausdrücken, denn ich möchte kein Urteil über andere aussprechen. Aber ihre Darstellungen gibt es nun einmal.

Patrick:
Wir sehen immer wieder Menschen, die glauben Reiki zu lehren und zu praktizieren, obwohl sie Reiki entweder ganz stark verändert haben oder sogar etwas völlig anderes, selbst gebasteltes, Reiki nennen. Mir kommt es vor, als hätte das nicht erst vor 10 Jahren angefangen. Das gab es von Anfang an und es fühlt sich für mich manchmal wie eine Reaktion auf Reiki an.

Horst:
Grundsätzlich hast Du recht, es hat sicher früher als vor 10 Jahren begonnen. Es liegt einfach daran, dass es bisher keine Berufsgruppe oder Zertifizierung gab. Es fehlte eine Vorgabe, dass es nur auf eine bestimmte Art richtig ist, mit entsprechenden Kontrollen. Ich möchte es jetzt wirklich krass ausdrücken. Ich hatte es mehrmals versucht. Dem ProReiki Vorstand hatte ich es einmal erzählt, dass ich verschiedene Anläufe genommen hatte, mit verschiedenen Reiki-Meistern eine Vereinigung zu gründen. Wir hatten da den DFGR (Deutsche Fördergemeinschaft Reiki) zum Beispiel. Unter der Leitung von Peter König wollten wir etwas installieren, um die Reiki-Praktizierenden zu schützen. Es wurde eine Verbindung zum DGH (Dachverband Geistiges Heilen) hergestellt. Noch davor hatte ich versucht, mit einem Arzt aus Hessen gemeinsam einen Verein zum Schutz von Reiki zu gründen. Wenn ich jetzt noch weiter zurück greife, gab es bereits früher viele Meetings mit Phyllis Furumoto, auch hier in Frankfurt (am Main). Wir hatten Gespräche mit Rechtsanwälten, um einen gewissen Schutz zu erwirken. Die Sache ist irgendwie ins Leere gelaufen. Das ist auch ein Grund, warum ich es sehr begrüße, dass Profis beim Berufsverband ProReiki am Werk sind.
Ich will es einmal so ausdrücken: Es ist allerhöchste Zeit, einen richtig kräftigen Lichtstrahl in dieses Dunkel zu drängen. Um aufzuzeigen, dass hier die Verantwortung und die Seriosität stattfindet. Wir passen auf, wir zertifizieren und wir prüfen, wir können für einen Anwender „ja“ sagen. Also insofern hast Du völlig recht, es hat früher angefangen. Es muss eine enorme Dunkelziffer gegeben haben, ehe die ersten Dinge ans Licht kamen.

Patrick:
Da packst Du ein heißes Eisen an, Horst. Natürlich ärgert es uns, wenn wir damit in Berührung kommen. Man hat oft ein Gefühl der Ohnmacht. Du kannst die Missstände nicht aufgreifen und einfach auflösen. Oft müssen wir sie eine Weile erdulden und uns vergewissern, dass wir die Vorbilder sind und zeigen, wie es besser geht. Unsere Attraktion wird höher sein als die der Schwarzen Schafe.

Horst:
Das hatte ich gesagt. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Patrick:
Die nächste Frage kommt wieder zurück zu Dir, ganz persönlich. Was glaubst Du hat deinen Erfolg ausgemacht – als Reiki-Lehrer, Meister, Botschafter für Reiki?

Horst:
Ich muss weit zurück gehen. Es gab einen Wendepunkt in meinem Leben. 1986 hatte ich einen lebensgefährlichen Unfall, der kein normaler Unfall war. Den habe ich auch in meinen Büchern beschrieben. In der Folge führte der Unfall zur Entscheidung, meinen normalen Beruf aufzugeben und nur noch mit Reiki meiner Berufung zu folgen. Mein Leben hat sich damals total geändert. Der Unfall war also ein entscheidender Punkt gewesen. Ich landete logischerweise im Krankenhaus und hatte Zeit, darüber nachzudenken. Bis dahin hatte ich beides gemeinsam gemacht. Die Woche über bin ich meinem normalen Beruf nachgegangen und am Wochenende gab ich hier und da ein Reiki-Seminar. Irgendwie war ich doch ein wenig zerrissen und konnte es nur schwer in Einklang bringen. Damals habe ich gemerkt, dass es Reiki war, was ich machen wollte. Tja, es war der entscheidende Punkt dann zu sagen „ok, ich gebe alles andere auf“. Danach habe ich mich ganz auf Reiki konzentriert, auf die Lehre, und ich habe viele Behandlungen gegeben. Diesen Zeitpunkt der Entscheidung führe ich auf den Unfall zurück. Der hat mein Leben verändert und das hat in den Erfolg hinein geführt, weil ich mich wieder voll auf meine Aufgaben konzentrieren konnte.

Patrick:
Kann ich also sagen, dass die Widmung zu 100 % an das, was wirklich deine Aufgabe, deine Berufung war, dazu geführt hat, dass Du erfolgreich warst?

Horst:
Ja, davon bin ich überzeugt! Es war wie gesagt kein normaler Unfall. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle irgendwo eine Führung haben; aus der Geistigen Welt. Für mich war das so klar und eindeutig. Und das ist es immer noch. Wenn ich jetzt mit Dir darüber spreche bekomme ich Signale, das spüre ich körperlich, als Bestätigung dafür, dass es so sein musste. Es ist so viel geschehen, was kein Zufall sein kann. Zufälle gibt es nicht. Das hat sich auch später auf meinen Reisen gezeigt. Ich wurde von so vielen Menschen eingeladen, die ich davor nicht kannte – vom anderen Ende der Welt. Und die hingen plötzlich in der Telefonleitung und fragten ob ich Reiki-Lehrer bin. Niemand konnte sich erklären, woher mich diese Menschen kannten. Es sind Dinge passiert – ja, da kann ich nur sagen: Danke!

Patrick:
Für die Leser, die dein Buch nicht kennen – was für ein Unfall war das? Möchtest Du darüber sprechen?

Horst:
Das kann ich gerne machen. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht normal war, dass ich morgens um 9 Uhr, hellwach, vom Bordstein gefallen bin. Direkt in ein fahrendes Auto. Aber das Entscheidende war, dass ich trotz des Falls quer zur Fahrtrichtung des Wagens längs unter das Auto kam und mir den Motor von unten ansah. Unter normalen Umständen – und das hat mir jeder gesagt – wäre es das gewesen. Irgendetwas, ich weiß nicht ob Du an Engel glaubst, es muss ein großer, starker Engel gewesen sein, der mich unter das Auto gedreht hat. Das war schon außergewöhnlich.
Man hat mich dann unter dem Auto hervorgezogen. Aber unter normalen Umständen hätte ich keine Überlebenschance gehabt. Eigentlich wäre der Kopf oder Hals unter das eine Rad gekommen und die Füße unter das andere. Ich fiel längs drunter. Natürlich bin ich mit Blaulicht ins Krankenhaus. Die haben dann festgestellt, dass sie so gut wie nichts für mich tun können. Es wären 7 Rippen am Rücken gebrochen ich hatte unglaublich viele Schürfwunden und Blutergüsse am ganzen Körper. Die Ärzte wollten mich beobachten und haben mich deshalb da behalten. Es war keine Operation notwendig, Rippen müssen so heilen. Ich brauchte bloß Ruhe. 
Mir war dann spätestens am zweiten Tag im Krankenhaus klar: das war kein normaler Unfall, ich wurde „aus dem Verkehr gezogen“, um Ruhe zu haben und um über meinen Lebensweg nachzudenken. Das war die Aussage. Patrick, im Nachhinein muss ich heute noch sagen, wie dankbar ich bin (nicht für den Unfall) zu dieser Erkenntnis gekommen zu sein. Sonst hätte ich weiter meinen Job gemacht, von morgens bis abends. Ich war damals in Deutschland viel auf Reisen. Und von da an musste ich eben Ruhe geben. Phyllis Furumoto und viele Reikischüler haben mich besucht. Die Ärzte hatten mir damals gesagt, ich müsste sechs bis acht Wochen lang ihr Gast sein. Ich glaube es war der zehnte oder elfte Tag, an dem ich entlassen wurde.
Ich bekam viel Fernreiki von meiner Frau Edith. Sobald ich daraufhin wieder meine Arme bewegen konnte habe ich mich selbst behandelt. Das war zu Anfang nicht möglich. Bei jedem Atemzug vergoss ich Tränen vor Schmerzen. Durch die Fernbehandlung und meine Eigenbehandlung konnte ich früher aus dem Krankenhaus. Zuhause erholte ich mich viel besser, ganz klar.
Jetzt habe ich doch ein bisschen viel erzählt. Aber Du wolltest es wissen.

Patrick:
Das war wichtig für mich. Lass uns thematisch ein bisschen springen. Du hast erzählt, wie viel Du mit deiner Frau Edith gemeinsam unternommen hast. Wie wichtig war es für deine und eure Entwicklung, dass deine Partnerin mit dabei war?

Horst:
Von Anfang an war das sehr wichtig für mich. Denn nur so konnte sie miterleben und verstehen, letztendlich auch schätzen lernen, warum ich meinen früheren Beruf aufgegeben hatte. Wir machten zu Beginn beide gemeinsam den ersten und auch den zweiten Grad Reiki. Sie war von Anfang an dabei und das war für mich sehr wichtig.

Patrick:
Bei mir war es genauso.

Horst:
Aja, das ist schön. Dann kannst Du es auch besser verstehen.

Patrick:
Für mich ist es ein wichtiger Punkt. Das hatte ich bei euch beiden sofort gesehen. Viele Menschen, die den Reiki-Weg alleine gehen, ohne Partner …

Horst:
… da gibt es manchmal Missverständnisse …

Patrick:
… genau. Entweder befürchten die Partner nichts Gutes für die Beziehung oder für das konventionelle Leben, oder was auch manchmal vorkommt, die frisch gebackenen Reiki-Praktizierende nehmen so viel Schwung in ihrer persönlichen Entwicklung auf, dass sie meinen, ihr ganzes Leben über den Haufen werfen zu müssen und der Partner leidet dann darunter.

Horst:
Manchmal musste ich erleben, dass es zu einer Trennung geführt hat. Ja es ist wichtig, dass man den Partner aktiv einbezieht, wenn er nicht mitgeht. Damit der Partner weiß, was man da tut. Es kann sein, dass der Partner sagt „das interessiert mich nicht. Ich will das weder lernen noch möchte ich daran partizipieren. Aber es ist gut, wenn es Dir gut tut.“ Das ist ganz wichtig.
Ich praktizierte einmal in einer Familie, da interessierten sich Mutter, Tochter und Sohn. Sie haben es auch bei mir gelernt. Der Vater hat sich aber nie dafür interessiert. Ich habe ihm dann gesagt: „Pass auf, lass dich doch mal von deiner Frau behandeln. Damit Du weißt, wie sich das anfühlt und was es ist; wenn du dich schon nicht dafür begeistern kannst oder es nicht lernen möchtest. Denn die ganze Familie außer dir haben es gelernt.“ Da hat er gesagt: „Was? Nee, von meiner Frau? Nein. Aber von Dir würde ich mich behandeln lassen!“ Ich habe ihn dann behandelt. Er ist ein ganz hart gesottener Bursche. Du würdest dich wundern. Nach einer guten Stunde Behandlungszeit habe ich nichts gesagt, ich habe ihn nur angeschaut. Er blickte verstört und dann kam es aus ihm heraus, er sagte: „Das ist ja wie eine Massage – für die Seele.“
„Das hast Du schön gesagt.“ meinte ich zu ihm. Genauso sollte es auch sein. Aber er hatte davor von der Sache überhaupt keine Ahnung. Soviel zu dem Thema, wenn einer nicht mitmacht. Aber er hat es akzeptiert und das war das Entscheidende.

Patrick:
Was war deine intensivste Erfahrung mit Reiki?

Horst:
Auf Grund meiner langen Praxis habe ich natürlich viele intensive Erfahrungen gesammelt, Erlebnisse gehabt. Eines, was sich als besonders herausragend entwickelt hat, das war die Behandlung eines 14-jährigen Mädchens, welches zwei übereinstimmende, gesicherte Diagnosen gestellt bekam, in ein paar Monaten zu erblinden. Jetzt musst Du dir vorstellen, ein 14-jähriges Mädchen, also ein Drama in der Familie. Die Eltern wussten zwar, dass ich mit Reiki arbeite, konnten sich darunter aber nichts vorstellen. Also klärte ich sie auf, gab eine Probebehandlung.
Das ist etwas, das ich sagen wollte, was man den anderen Praktizierenden mitgeben kann: zum Kennenlernen eine Probebehandlung geben. Und zwar in der ganzen Familie. Dann jeder Einzelne oder die ganze Familie entscheiden, ob sie das Seminar machen wollen oder nicht. 
Diese Ausnahmesituation hat dazu geführt, dass alle bis auf den Vater (Männer sind zurückhaltender) den ersten Grad bei mir gemacht haben. Wann immer bei der Familie zu Besuch war, sie wohnten im Ausland und wir wurden gute Freunde, behandelte ich die Tochter im zweiten Grad mit mentaler Botschaft. Sie konnte sich später auch selbst mental behandeln, nachdem sie es gelernt hatte. Vorn ihrer Mutter und ihrem Bruder wurde sie täglich behandelt. Das ist das Wichtige: in so einem gravierenden Fall muss eine Dauerbehandlung stattfinden. Es war ja schon dramatisch. 
Nach ein paar Wochen hatte sich das Sehvermögen so stark verbessert, dass auch die Umwelt die Veränderung wahrnahm. Der Optiker und auch der Arzt, welche die Kontrollen durchführten, teilweise auch im Krankenhaus, diagnostizierten weitere Verbesserungen. 
Durch die ständigen Behandlungen von Mutter und Bruder zuhause und auch die Eigenbehandlungen wurden die Werte nach einem Jahr stabil. Sie benötigte nur eine Brille mit niedrigen Werten.
So, jetzt kommt das Entscheidende, Patrick. Der Zustand, der damals durch die ständige Behandlung erreicht wurde, der steht heute immer noch! Nach sieben Jahren. Da kann ich eigentlich nur sagen: Gottseidank und dank Reiki.
Das habe ich jetzt ausgeführt, weil Du auch gefragt hast, was man anderen Praktizierenden mitgeben kann. Geduld – und wenn es angezeigt ist, auch einmal die ganze Familie in Reiki auszubilden.
Die Situation im Reikiumfeld, eigentlich die Situationen, haben sich gegenüber früher stark geändert. 
Hin und wieder kommt es vor, dass sich Reiki-Praktizierende, die den ersten oder zweiten Grad erhalten haben, nicht damit wohl fühlen. Das haben wir immer wieder. Ob es jetzt Praktizierende sind oder auch Reiki-Meister. Wir empfehlen dann, das entsprechende Seminar zu wiederholen. Und zwar durch einen qualifizierten und zertifizierten Reiki-Meister, zu dem ProReiki auch „ja“ sagen kann, der von ProReiki empfohlen wird und das Seminar inklusive Einweihung wiederholt.

Patrick:
Du meinst, wenn Leute kommen und sagen „Ich habe ein Seminar besucht, aber ich fühle mich nicht wohl damit.“

Horst:
In genau dieser Ausdrucksweise ist uns das schon häufiger passiert. Deshalb habe ich es in dieser Ausdrucksweise dargestellt.

Patrick:
Du weißt, wir bieten etwas ähnliches bereits solchen Praktizierenden an, die keine Meisterlinie nachweisen können. Die können dann den ersten Grad bei einem ProReiki-Mitglied machen. Als Wiederholer inklusive Einweihungen zu einem sehr fairen Preis. (Newsletter Mai 2015)
Ich finde es generell gut, wenn man einen Kurs wiederholt. Eine Auffrischung tut immer gut. Was meinst Du dazu?

Horst:
Ja, da kommt meiner Meinung noch ein Punkt dazu, Patrick. Und zwar ist es so: Du kannst einen Reiki-Grad-1- oder Grad-2-Kurs  eine ganze Woche oder über zehn Tage lehren. Aber danach gehen die Leute zurück in ihren Alltag und vieles wird wieder vergessen. Dadurch gibt es unterschiedliche Meinungen und Auffassungen. Mit der Zeit verblasst einiges. Aber dafür ist die Lehre viel zu wertvoll.
Insofern kann ich das nur unterstützen was Du sagst.

Patrick:
Gehen wir noch einmal zurück. Wäre es ein Ratschlag von Dir an die Praktizierenden, dass sie sich auch um die Angehörigen kümmern sollen und dass sie viel mehr darauf abzielen, Reiki in die Familien zu transportieren? Hilfe zur Selbsthilfe?
Und ein Aspekt war auch wichtig, dass Du gesagt hast, bei schweren Erkrankungen ist es unbedingt wichtig, jeden Tag zu behandeln. So wie es von Frau Takata auch berichtet wird.

Horst:
Das ist richtig. Es ist in dem gravierenden Fall des Mädchens so gewesen, ja. Man kann es nicht einfach kopieren und sagen, dass bei anderen auch jeden Tag behandelt wird. Aber es ist doch zu allen Bemühungen der Ärzte wichtig, aktiv mit ins Geschehen einzugreifen – und Reiki wirkt. Das wissen wir, es wirkt.  Wenn so aktiv mitgeholfen wird, insbesondere in der ganzen Familie, entsteht dort eine Energie, die ist unbezahlbar … ganz abgesehen von der moralischen Unterstützung für den Erkrankten.

Patrick:
Und wer sich selbst behandelt geht auch aus der Opferrolle raus.

Horst:
Ja, genau.

Patrick:
Das ist ein sehr guter Ratschlag für uns Praktizierende, finde ich. Hast Du so einen guten Ratschlag auch für ProReiki?

Horst:
Darf es auch einer mehr sein?
Ich meine, ProReiki ist grundsätzlich auf dem richtigen Weg, der allerdings über die Beweislage gesichert werden muss. Mit Beweislage meine ich den Nachweis der Wirksamkeit einer Reiki-Behandlung. Das muss gesichert werden.
Wir haben die Münchner Studie (REASSURE-Studie der TUM) laufen. Wir haben die Arbeit von Marc Bendach im UK Berlin, auch ein ganz wichtiger Punkt. Dann haben wir die Kirlianfoto-Arbeit von Dr. Ignatov, bei der Edith ebenfalls mitgewirkt hat. Das ist alles dokumentiert worden. Und last but not least unsere Forschungsergebnisse, die belegen, wie Reiki wirkt. Ich habe es auf dem Kongress gezeigt.

Patrick:
Mit deinem schönen Vortrag.

Horst:
Freut mich, wenn er dir gefallen hat. Auf jeden Fall sind hier schon einige Dinge ins Rollen gebracht worden und deshalb sage ich wir sind auf dem richtigen Weg. Deswegen muss es gesichert werden.

Patrick:
Während deines Vortrags in Gersfeld wurde mir bewusst, dass es für dich auf der wissenschaftlichen Ebene Nachweismethoden für die Wirksamkeit von Reiki gibt.

Horst:
Man müsste es halt nicht nur dokumentieren, beweisen durch Fotos, durch Analysen oder Studien. Wir alle, die wir mit Reiki intensiv arbeiten, wir spüren es ja. Wir wissen es. Wir haben Erfahrungen gesammelt. Aber es nützt nichts gegenüber Behörden. Ein anderer Punkt wäre auch die Zertifizierung. Sie ist ein sehr wichtiger, wesentlicher Teil der Seriosität und Ernsthaftigkeit. Dass wir es ernst meinen und dass Reiki seriös ist. Auch gegenüber den Behörden. Deshalb muss die Zertifizierung konsequent durchgeführt werden. Man darf da nicht locker lassen, das ist meine Meinung.

Patrick:
Wir haben bereits eine Zertifizierungsordnung für Reiki-Anwender und zertifizieren bereits fleißig. Der nächste Schritt steht jetzt an: die Ausbilder zu zertifizieren. Das wird eine große Aufgabe für ProReiki.

Horst:
Ganz bestimmt. Für mich ist der entscheidende Punkt die konsequente Durchführung, nicht nachzulassen oder Kompromisse einzugehen. Denn sonst verlieren wir unsere Seriosität.

Patrick:
Was wäre für Dich ein Kompromiss?

Horst:
Ein Kompromiss wäre es, die Aufnahmekriterien für die Zertifizierung aufzuweichen. Antragsteller dürfen bei Problemen nicht verhandeln dürfen. Das verstehe ich unter Konsequenz.
Nächster Ratschlag. Ich bin der Meinung, dass die Anstrengungen, mit dem Bundesministerium für Gesundheit ins Gespräch zu kommen, eine parallele Priorität bekommen sollen. Ich weiß nicht, wie weit diese Gespräche gediehen sind oder ob es vom Ministerium abgeblockt wurde, aber es sollte unbedingt immer wieder versucht werden. Dort müssen wir ins Gespräch kommen, um Anerkennung zu finden.

Patrick:
Du meinst wie ein ganz normaler Lobbyverband: immer wieder anklopfen und nicht locker lassen?

Horst:
Ja, wir wissen ja, die Mühlen in den Ministerien oder generell in den Regierungen mahlen langsam. Wenn nicht gerade ein riesen Alarm geschieht. Es geht nur mit Steineklopfen. Da sollten wir weiter dran bleiben und vielleicht müssen wir uns überlegen, anders zu argumentieren. Vor allem über die Studien, die gemacht wurden bzw. noch gemacht werden. Wenn Belege da sind hat man natürlich einen anderen Stand.

Patrick:
Hoffen wir, dass es uns schnell gelingt.

Horst:
Angela (Zellner, Vorstandsvorsitzende) hatte auf dem Kongress in Gersfeld ein sehr schönes Beispiel gebracht, darüber nachzudenken, wie man neue Mitglieder gewinnt. Es ist so ein wichtiger Punkt, dass man eine spezielle Arbeitsgruppe dafür installieren sollte, die mit einer Netzplantechnik arbeitet. Damit es jetzt nicht im Raum stehen bleibt, sondern planmäßig weitergeht, verstehst Du? Da empfehle ich die Netzplantechnik.

Patrick:
Für die Leser, die Netzplantechnik nicht kennen …

Horst:
Oh. Das ist auf die Schnelle kompliziert zu erklären. Ich versuche es. Erst geht ein Brainstorming voraus. So wie es Angela gemacht hat. Dieses Brainstorming wird zu Papier gebracht und dann werden die einzelnen Termine aufgelistet und in Verantwortungsbereiche aufgelistet. Das ergibt ein riesengroßes Papier. Es ist praktisch das Brainstorming umgesetzt in einzelne Aktivitäten, so dass es nicht im Raum stehen bleibt. Es ist schwer zu erklären in einem Interview.

Patrick:
Ich denke, wir können uns jetzt etwas darunter vorstellen.

Horst:
Inhaltlich trifft es den Nagel auf den Kopf. Was Angela mit dem Brainstorming gemacht hat, geht dem voraus. Es muss dann umgesetzt werden in einen Plan, um von der Theorie in die Praxis übertragen zu werden. Das ist die Netzwerktechnik.

Patrick:
Angelas Ansatz war, wenn jedes Mitglied jedes Jahr ein neues Mitglied anwirbt, dann haben wir es geschafft.

Horst:
Der Ansatz ist gut. Nur darf es jetzt nicht beim Wollen bleiben. Wir müssen aktiv eingreifen. Es muss in eine aktive Tätigkeit umgesetzt werden. Dabei hilft ein großer, umfangreicher Plan.
Die Arbeitsgruppe, die ich zu diesem Thema vorschlage, könnte sich auch um Sponsoring bemühen. Denn das ist für den Verband überlebenswichtig. Sponsoren und kooperative Werbepartner, denn wir brauchen auch außerhalb unserer Mitgliederbeiträge Geldquellen. Das wäre meine Idee, über diese Dinge nachzudenken.

Patrick:
Da schreibst Du uns eine Aufgabe ins Pflichtenheft.

Horst:
Wenn Du mir das erlaubst, mache ich das. Ich hoffe, es waren ein paar Ansatzpunkte darin, die zum Nachdenken anregen. Oder zum Handeln, das wäre natürlich noch besser.

Patrick:
Lieber Horst, was ist dein aktuelles Projekt, woran arbeitest Du gerade?

Horst:
Im Augenblick bereite ich ein Reiki-Seminar in Istanbul vor. Zu meinem Lieblingsthema Dynamic-Rebirthing® kommt eins in Ankara im Herbst. Du kannst Dir vorstellen, im Ausland generell und vor allem in der Türkei ist es nicht ganz einfach, die Dinge unter einen Hut zu bekommen. Mitunter ist das sehr schwierig. Deshalb plane ich immer mit einer langen Vorlaufzeit. Meistens geht das positiv auf. Aber manchmal gehen auch alle Vorbereitungen den Bach runter und das Seminar findet nicht statt.

Patrick:
Wie bist Du auf die Türkei gekommen?

Horst:
Das hatte ich eben bereits angedeutet. Ich glaube definitiv an Fügung. Ich erhielt einen Telefonanruf. Mit anderen Nationen passierte mir das seltsamerweise ebenso. Eine Dame rief mich an, sie suche für eine Gruppe in Ankara einen Reiki-Meister. Sie hätte gehört, dass ich Reiki lehre. Sie fragte ob ich bereit sei, nach Ankara zu reisen. Ich sagte ja, denn es war ein Ort, an dem ich noch nicht war.
So ging es mir mit anderen Ländern auch, Patrick. Über einen Telefonanruf. Erklären kann ich es Dir nicht.

Patrick:
Hast Du mittlerweile die Möglichkeit, mit deinen Schülern dort türkisch zu sprechen?

Horst:
Nein, ich kenne nur ein paar Wörter und Phrasen. Ein wenig verstehe ich. Aber ich habe keine Ambitionen Türkisch zu lernen obwohl meine Schwiegertochter Türkin ist. Mit Englisch konnte ich mich immer gut über die Runden retten.

Patrick:
Zwei Seminarprojekte in der Türkei. Gibt es noch ein anderes Projekt, an dem Du arbeitest?

Horst:
Ich hatte bereits erwähnt, dass ich ein türkisches Buch über Reiki und Dynamic-Rebirthing® veröffentlicht hatte. Das möchte ich endlich auch in Deutschland publizieren. Daran arbeite ich gerade. Meine ganze Erfahrung aus den Achtziger Jahren bis heute ist, dass sich diese beiden Therapien wunderbar ergänzen. Die eine hilft der anderen. Das möchte ich gerne nach Deutschland bringen. Ist es nicht verrückt, dass ich das einzige Buch dieser Art weltweit publiziert habe und kein Verlag in Deutschland Interesse daran hat? Damals wollte mein Verlag das Buch nicht. Ein türkischer Verlag hatte großes Interesse – mit großem Erfolg. Rebirthing Seminare gebe ich in der Türkei schon über Jahre. Sollte ich hier einen Verleger finden, erfahrt ihr es bestimmt zuerst.

Patrick:
Wenn es soweit ist, wirst Du uns das Buch hoffentlich vorstellen.

Horst:
Ja sicher. 

Patrick:
Möchtest Du noch etwas los werden? Etwas, das bisher nicht angesprochen wurde?

Horst:
Auf das Gesagte Bezug nehmend möchte ich dem Verband für die viele Arbeit, die von allen geleistet wird, einen Dank aussprechen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, ich hatte es vorhin angedeutet, wie schwer es ist, einen Verein oder Verband ins Leben zu rufen. Jedesmal ist es an einer bestimmten Stelle ins Stocken geraten und dann aus welchen Gründen auch immer gestoppt worden. Ich weiß was es bedeutet, das was jetzt bereits durch den Verband gegeben ist, auf die Beine zu stellen. Das ist eine enorme Leistung. Das weiß ich zu würdigen, weil es bei allen Versuchen in der Vergangenheit gescheitert ist. Und es waren gute Ansätze dabei …
Deshalb ein ganz dickes Dankeschön für die viele unermüdliche Arbeit. Ich weiß es wirklich einzuordnen und zu schätzen. Vielen Dank.

Patrick:
Lieber Horst, ich danke Dir für das wunderschöne Gespräch.

 

Termine für die nächsten Grundlagenseminare:

29.–30. August 2015 in Frankfurt – Referentin: Ute Vetter
29.–30. August 2015 in Berlin – Referentin: Birgit Grobbecker

 

Symposium zum 150. Geburtstag von Mikao Usui

Am 12. und 13. September in Berlin

Magdalena Hetzer organisiert gemeinsam mit dem Reiki Magazin das Symposium in Berlin. Start ist am Samstag um 10 Uhr, Ende am Sonntag gegen 15 Uhr.
Der Veranstaltungsort ist das Ärzte- und Gästehaus am Paulinenkrankenhaus, Passenheimerstraße 2-12, 14055 Berlin-Westend, in der Nähe des Olympiastadions und der Messe Berlin. 

Das Symposium wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm getragen. Unter anderem halten folgende Referenten Vorträge:

Mark Hosak Ein Blick in die Meiji-Zeit und eine mystische Pilgerreise auf den Kurama-Berg

Justin Stein Die Bedeutung Mikao Usuis in der Geschichte des Spirituellen Heilens in Japan

Marc Bendach Reiki im klinischen Alltag – Brücke zwischen Seele und Physis

Hiroko Kasahara Die Reiki-Lebensregeln

Dr. David Bolius Reiki und Wissenschaft

ProReiki – der Berufsverband e. V. ist durch die Vorsitzende Angela Zellner und weitere Rats- und Vorstandsmitglieder vertreten.

 

Spruch des Monats Juli

Paul Keller (1873–1932), deutscher Schriftsteller

Wir Menschen lernen erst dann recht und wahr und tief, wenn wir uns ehrlich bemühen, zu lehren, und finden immer dann den rechten Weg am ehesten, wenn wir ihn getreu einem anderen zeigen wollen.

 

Mit herzlichen Grüßen 
von ProReiki-Vorstand und -Kommunikationsteam 

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